Nachträge; jetzt zu Iloilo -Frauengefängnis und Ulway,dem spastische Kind

Seit einer Woche wieder zu Haus.Die Praxis hat mich ein wenig aufgefressen und jetzt am Wochende zu meiner Familie nach Nußbach und zu meinen Enkeln. Heute Verwaltungskram,zB ärgerliche Arzneimittelregresse von der Kassenärzlichen Vereinigung,die mich noch kurz vor meinem Abflug erreicht hatten… eben ärgerlich und unnötig und andrer Ärger,der das Leben eines Landarztes so unnötig zusätzlich belatet.

So,Kropf geleert.Nochmals zu den letzten Tagen auf Iloilo.

Nach Anlegen der Fähre 5 Stunden Schlaf,dann wie schon besprochen und bebildert unser Besuch des Frauengefängnisses,welche menschlich von den Nonnen des benachbarten Klosters betreut werden. Diese hatten uns vor über einem Jahr auf dieses aufmerksam gemacht. Von den Nonnen wußten wir,daß wir wirklich sehnsüchtig erwartet wurden und es war ergreifend wie immer. Von einigen Jahren bis lebenslänglich sind hier die Gefangenen untergebracht.Unter ,für unsere Verhältnisse, außerordentlich beschwerlichen Umständen. Dieses Mal waren die Türen zu den Zellentrakten geöffnet,weil die Frauen,welche nichts erhalten würden,da sie über Weihnachten Besuch gehabt hatten, auch Anteil an der Feier haben wollten. Dadurch konnte man einen Blick ins „Innere“ erahnen.Auf zwei Bildern hatten wir dies zufällig mit aufgenommen: Man sieht grob zusammengezimmerte,schmale Holzstockbetten und einen schmalen Gang.Von den Nonnen wußten wir,daß die Situation äußerst beengt,da überbelegt,war. Ich will mich nicht weiter auslassen über die Verhältnisse,da mir dazu die eigene Anschauung fehlt.Außerdem wollen wir nächstes Jahr wiederkommen und es den Frauen überhaupt nichts nützt,wenn wir uns negativ äußern und uns ein Zutritt dann verweigert wird. Das Gefängnispersonal war zu uns sehr freundlich und hatte die Feier wirklich gut vorbereitet.Danke! In einer kurzen Ansprache erzählte ich ihnen ein wenig über uns hier und überbrachte auch die guten Zukunftswünsche von euch allen,den Spendern. Die Toilettenartikel waren auch diesmal sehr gut angekommen (eine Insassin,die uns vom letzten Jahr noch kannte,hatte ihre Entlassung selbst verschoben,um in den Genuß eurer Gabe zu kommen…).

Danach besuchten wir den Onkel von Ulway,einen jungen Priester,der vor einem halben Jahr erst die Priesterweihe erhalten hatte.Er brachte uns nach einer 1 1/2 stündigen Autofahrt zu der Großfamilie,in der Ulway wohnt. Wir waren vergangenes Jahr auf den Jungen aufmerksam geworden (siehe den Artikel Weihnacht2017),weil ,bis auf die Finger, total spastisch gelähmt ist und völlig unbeweglich war.Wir hatten ihm dann mit eurer Hilfe einen Rollstuhl verschaffft,der sich inzwischen über die Maße bewährt hat. Letztes Jahr stellte sich heraus,daß es auf der ganzen Insel keine Möglichkeit der Krankengymnastik gab und die Familie selbst ihn auch damit unterstützen konnte.Es war abzusehen,wann er auch die Finger nicht mehr bewegen konnte. So kam ich auf die Idee mit dem Keyboard. Eine Tante ist Lehrerin und gibt Klavierunterricht und erklärte sich berei,ihm regelmäßig Stunden zu geben. Die Fahrtkosten hierfür haben wir auch übernommen und für ein halbes Jahr im voraus bezahlt. Ulway ist übrigens geistig klar,kann aber nur verwaschen sprechen. Jedenfalls hat er sich wahnsinnig gefreut und die Tonleiter gespielt. Die bisherige Rückmeldung ist: er übt jeden Tag.Werde weiter berichten.

Am selben Nachmittag sind wir dann noch ein paar Stunden in den Norden gefahren und haben dort unsre ersten 3 Tage echten Urlaub genossen (Bilder sind im Netzt).Von dort gings dann wieder per Fähre nach Mindoro und „nach Haus“ …wieder eine Nacht und ein Tag und wieder hats geschüttet…

So,jetzt fehlen nur noch die Bilder und ein Bericht von der Schule in Salay.Dort waren wir eigentlich zu aller erst.Und es fehlt die Abrechnung. Beides,versprochen,bald!

Guts Nächtle!

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