04.01.2014

Zuerstmal: die Bilder vom 18.12. und 19.12,welche noch gefehlt haben,sind wieder aufgetaucht und von Norbert dort zugeordnet worden.Besonders die letzteren hatten es mir besonders angetan und ich wollt sie schon ganz gern mit euch teilen!!!“s“

Dann,und vor allem, vielen Dank für die vielen Weihnachts-und Neujahrswünsche:ich hab mich wirklich seeehr gefreut.An solchen Tagen fühlt man sich als alter Dackel doch noch wie ein Kind in der Ferienverschickung…man wartet auf Zuwendung…“s“… !

Ich wünsch euch allen natürlich auch auf diesem Weg ein einigermaßen -vollständig hauts ja doch nicht hin- zufriedenes Jahr,vor allem Schmerzfreiheit in körperlicher und seelischer Beziehung!

Ich hatte mit vorgenommen,auf jede Zuschrift zu antworten.Ich werds auch noch tun,bestimmt! Nur geht mein WLAN Zugriff nicht mehr (selbst mein PC fachmann Norbert konnte mir telefonisch nicht helfen).Hab mir deshalb einen Internetstick gekauft. Mit dem krieg ich-gottseidank-diese Berichte noch in Den Blog und die Bilder in die Wolken,aber zum Schreiben einer Email ist das Ding zu langsam.Versteh das wer will,es ist halt so!

Also,die Antworten kommen,aber irgendwann!

Inzwischen bin ich nach meinem Urlaubsintermezzo im Norden von Mindoro angekommen und schon wieder voll „im Geschäft“!

Unser Staffhaus siegt im Grüngürtel von Calapan,der Hauptstadt von Mindoro.Sie ist einerseits die größte Hafenstadt der Insel,liegt aber andrerseits nur ein paar Kilometer Luftlinie entfernt vom größten Gebirgszug der Insel entfernt,der sich bis an die 2500 m erhebt.In der Ebene dazwischen

liegen fast unendlich die Reisfelder DSCF1041,auf denen bis drei Mal im Jahr geerntet wird.

Unser täglicher Weg führt uns ca eine Stunde lang mit unsrem Geländewagen zunächst durch diese Felder. Es ist gerade Pflanzzeit und ich erleb so diese Knochenarbeit, bei der jeder dieser Setzlinge einzeln per Hand gesetzt wird-meist in einer Affengeschwindigkeit-

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und wenn sich dann einer dieser Arbeiterinnen in meiner Sprechstunde einfindet, dann wegen Kreuzschmerzen.Und da gibt’s dann kein „Fango und Massage“ und Krankschreibung wie bei uns,sondern heiße Wickel und Schmerzmittel, daß die 12 Stunden Arbeit durchgestanden werden, oft bis zum bitteren Ende. Wer fehlt,fliegt…!

Wir fahren an den Fuß der Berge und so weit in den Bambusdschungel rein,bis die letzte Fahrspur in einem Mangyandorf aufhört. DSCF1027 DSCF1029Diese Wege sind zT so übel,daß man bei oder nach Regen gar nicht mehr durchkommt.dann muß die ganze Mannschaft meist mit Hilfe der Dorfbewohner die ganze Ausrüstung evtl km weit tragen,bis zum Praxisort;mir auch schon früher passiert.

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Einerseits wird natürlich dieses Dorf von uns versorgt;der Schwerpunkt liegt aber auch hier bei denBergbewohnern,die wieder über Stunden zu uns her wandern.

Den „Dörflern“ hier geht es aber schon relativ gut.Etliche arbeiten in den Reisfeldern und so kommt schon auch mal ein Kleinmotorrad oder ein Fernseheher in die Strohhütte;ein paar Häuser sind eventuell schon mit Stein gebaut.Trotzdem ist alles noch sehr,sehr einfach.

Doch auch die Krankheiten und das Patientenklientel ändern sich:Hier sind über die Hälfte Erwachsene die Patienten,vor allem mit Bluthochdruck,Schilddrüsenüberfunktion,Lungenemphysem und natürlich Tuberkulose(über die Ursachen dieser Erkrankungen kann ich mich vielleicht mal später auslassen.Wohlstandskrankheiten sind es allemal nicht;die Patienten sind eigentlich eher noch sehr mager…).Bei den Kindern,die inzwischen schon ganz gut genährt sind -vor allem durch die vielen Süßigkeiten- stehen vor allem Durchfallserkrankungen,Würmer und Atemwegsinfekte im Vordergrund..

Das propere Mädchen mit dem Luftballon hab ich gestern nochmals kurz zurückgerufen,um mich mit dem Bild bei einer Dame zu bedanken,welche diese Zeitung immer im Kaufland bewirbt und mir kurz vor der Abreise noch ein paar Luftballons und Gummibärchen für meinen Einsatz zugesteckt hat „s“ !DSCF1031

Die Mangyans aus den Bergen sind ,wie im Süden, auch hier mit den selben Krankheiten behaftet:schwere Atemwegsinfekte,schwere chronische Ohrentzündungen, Untergewicht, Durchfälle.

Im übrigen zeigen sie uns gegenüber keine Gefühlsregungen.Ich kann-vor allem die Erwachsenen- anlächeln,ansprechen,etwas zum Trinken gebn…:keine,aber auch gar keine mimische Veränderung;sie antworten auf die Fragen meiner Assistentin ganz leise,aber ohne Gefühlsregung,so schlecht es ihnen gehen mag.Meine Mitarbeiter sagen: sie sind scheu…;das triffts aber nicht.Sie wirken wie abwesend (ich hab grad lang nach diesem Begriff gesucht,aber hab ihn trotzdem noch nicht getroffen),wie durch eine unsichtbare Wand getrennt…ach was,vielleicht kann ichs mal besser beschreiben,aber es läßt mich nicht los.

Ich hab euch ein Bild einer jungen,kaum 20järigen Frau drangehängt: Drei Geburten,das letzte Kind ist ihr vor 14 Tagen einwochenalt gestorben.Sie war drei Stunden mit ihrem 16 Monate alten, kranken Kind hergelaufen,welches Durchfall,asthmathoide Bronchitis und Untergewicht hat.Auch dieser Ausdruck… DSCF1057Sie kam mit ihrer Schwester,drei weitern kleinen Kindern und der Oma an.Sie hatten kaum noch was zum Essen dabei.Wir haben der Familie von der Dorfhelferin

Reis kochen lassen,damit sie überhaupt alle noch einigermaßen mit Kraft nach Hause laufen konnten.

Bis auf dieses Erlebnis war der heutige Tag ein sehr angenehmer:blauer Himmel,angenehm windig- warm durch die Berge,eine richtig schöne Praxishütte unterhalb des Dorfes,

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wenig Patienten-nur etwas über 40- und ein nettes Dorf.

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typische Einraumhütte für 6 Personen;hinten in der Ecke,auf der selben Ebene ist noch die Kochstelle.

 

obwohl es viel Hunde gibt,spielen viele kleine Kinder am liebsten mit Hähnen
obwohl es viel Hunde gibt,spielen viele kleine Kinder am liebsten mit Hähnen
..... und Schweinen
….. und Schweinen

Nachdem wir zu Hause waren sind wir dann nochmals ins große Klinikum Der Hauptstadt gefahren und haben dort „unsre“ Mangyans besucht,die dort in einem 20 Bettenzimmer liegen;Männlein,Weiblein,Säuglinge und Greise zusammen,aber die Familien sind oft dabei.Wir versorgen sie dort mit Medikamenten,Spritzen,Infusionen,welche sie sich sonst nicht leisten könnten.

Aber davon vielleicht später einmal.

xx

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Tja,und dann war ich heut zum ersten Mal noch in der Innenstadt und hab mir dort einen kleinen Sack voll Süßigkeiten gekauft-die ersten nach vier Wochen- und eine pappige rote Limonade und es ist mir eben nicht grade so gut dabei….davon aber sicher kein Bild „s“.Dann doch lieber ins Bett…

Gute Nacht!

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1 Antwort zu

  1. Andrea sagt:

    ….schön wieder was zu hören, habs schon vermisst! ….ich glaube ich habe das Wort für diesen Ausdruck in den Augen dieser Menschen….im engl. heißt es „numb“ bedeutet soviel wie „betäubt, taub, gefühllos, starr, empfindungslos, klamm[steif]…
    ich hatte auch ein Erlebnis….ich hab an einer schamanischen Schwitzhütte teilgenommen, war ein sehr elementares Erlebnis….sehr bewusstseinserweitern, ohne Zusatzstoffe wohlgemerkt, es wurde nur weißer Salbei geräuchert. 🙂 Man kommt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Boden der Tatsachen…wofür man Danken und Bitten sollte!
    Dankbarkeit….ist der einzige Schlüssel zum Glück. …..und wenn ich DIESE Bilder sehe bin ich dankbar und kann nur sagen….echt Glück gehabt!
    Ich drücke dich und schicke ganz viel Liebe, Kraft und Energie zu all diesen Menschen, die es brauchen!
    herzlichst Andrea***

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