Noch zum Blog: Die Bilder kann ich wahrscheinlich deshalb nicht von hier draufladen,weil mein Internetzugang viel zu schwach und langsam ist und er mich immer wieder beim Aufladen rausschmeißt.Mein Sohn wird wieder-wie beim Bangladeschblock- versuchen,sie im Nachhinein einzufügen!

Die erste Woche ist vorbei:ich hab mich gut in den Klinikbetrieb-große Ambulanzen,30 Betten für stationnäre Behandlungen- eingebracht und fühl mich sehr wohl!
Wie schon erwähnt,war Thomas,unser in Lüneburg niedergelassene,Kinderarzt von Beginn der Woche mit Fieber und Husten außer Gefecht gesetzt und ich hatte neben meiner Erwachsenenambulanz noch die Kinderambulanz versogt.Da ich während meiner Klinikzeit auch
in einer Kinderabteilung länger gearbeitet hatte und in meiner Praxis noch viele Kinder behandle hat mir das auch richtig Spaß gemacht!
Thomas,den es wirklich übel erwischt hatte,war nach unsrer gemeinsamen nächtlichen Aktion,gerade wieder auf dem aufsteigenden Ast und mußte noch den jetzigen Wochenenddienst schmeißen.Gottseidank wars für ihn einigermaßen erträglich.Allerdings hat ihn der Tod einer 40 jährigen tuberkulosekranken Patientin doch sehr mitgenommen.Sie war vor 5 Tagen aufgenommen worden,Endstadium,dennoch…

Lungentuberkulose ist hier ein großes Problem.In weiter Umgebung der Berge ist sie bei den eingeborenen Stämmen noch weit verbreitet.Wir versuchen,über lokale Helfer ein Verständnis für diese Krankheit vor Ort zu vermitteln;es ist sehr schwer.
ZZT ist Holger noch bei uns hier.Ich kenne ihn von meinem Einsatz vor 5 Jahren.Er war Allgemeinarzt in Tübingen, ist sehr erfahren durch viele Einsätze in unsren weltweiten Wirkungsorten und außerordentlich engagiert.
Er führt gerade eine Erhebung in einigen Ortschaften der Umgebung durch,hält Vorträge vor Ort und versucht die Menschen von der Notwendigkeit
zu überzeugen,in Eigeninitiative-mit der kontinuierlichen Rückendeckung und Hilfe von uns-ein System der Gesundheitsvorsorge durchzuführen.
Er geht dabei von Familie zu Familie,mit philippinischen Kollegen und Mitglieder unsrer Gesellschaft.
Ein Fall,der symptomatisch für die Zustände ist:
Ein Stelzenhaus mit einem Raum 2,5 auf 3,5 Quadratmeter.In diesem leben
14 Männer,Frauen und Kinder,die ganze Großfamilie-die noch lebt-!Der Ernährer,ein 26jähriger junger Mann war vor einem Jahr in unsrem Hospital wegen Tuberkulose anbehandelt worden;er brach die Therapie nach einem Monat ab.ALLE Mitglieder in diesem Haus husten,die meisten spucken Blut…
Wir müssen also versuchen, vor Ort,durch Ausbildung, Aufwertung,Bezahlung und permanenter Kontrolle die dörflichen „Helpworker“ zu stärken und endlich eine nachhaltige Gesundheitsvorsorge etablieren.
-Ich werd versuchen,immer mal wieder Einzelfälle rauszugreifen,um die Probleme vor Ort zu veranschaulichen-

Gestern war ich übers Wochenede nach Valencia,3 1/2 Sunden mit dem Bus,gefahren.Seit 2 Wochen arbeitet dort Marlies in einem Krankenhaus unsrer Gesellschaft.Sie ist eine liebe Kollegin,mit der ich 2 Wochen in Bangldesch letztes Jahr zusammengearbeitet hatte (siehe dort…).Sie wird ab morgen 4 Wochen auf „Rolling Clinic“ in die Berge gehen,(ich werds später erklären) und da wir uns in Deutschland kaum gesehen haben,dann eben auf den Philippinen *s*.Es war gut!Aber: Valencia ist eine pulsierende,zentrale Kleinstadt mit chaotischem Verkehr ,pulsierendem Kleinhandel auf engstem Raum,ohrenbetäubendem Lärm und drückender Schwüle und Hitze.Ich wohnte im dortigem Doktorshaus:morgens um 4 Uhr
ohrenbetäubender Lärm,christliche Gesänge aus Lautsprechern eines langsam dahinziehenden Autos,live,schlecht,dazu das jämmerliche Gehäul etlicher Hunde und alles verlängert durch christliche Lautsprecherlieder der nahen Kirche!Alltag ,wie mir die Kollegen berichteten.Die Philippinos sind
überwiegend streng und inbrünstig katholisch..na ja,etwas leiser täts auch.
Ich hab mich richtig nach der Abgeschiedenheit hier oben gesehnt.Nach kurzem aber heftigem Abschied von Marlies war ich heilfroh, wieder heut Nachmittag „zu Haus“ zu sein!

Es ist 23.30 Uhr.Ich hör,wie Paola unsre gynäkologische Oberärztin aus Ravensburg zum Haus reinkommt.Sie hatte wohl grad wieder eine Geburt laufen.Man kann sie nur bewundern:neben der selbverständlichen Kompetenz ist sie außerordentlich pflichtbewußt:keine Geburt ohne sie,keine Nacht und kein Wochenende nimmt sie sich frei-obwohl unsre philippinische leitende Ärztin vor Ort sie vertreten könnte-,und immer sehr ausgeglichen.

So,nochmals ein -wohl vergeblicher-Versuch,ein Bild aus Valencia hochzuladen und dann :gute Nacht!

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