13.06.2011

aktuell:
Seit gestern ist wieder Generalstreik in Bangla. Abends brennen die Busse in der Innenstadt, Oppositionsführerin u.a. verhaftet; es knistert. Die sozialen Spannungen sind auch zu gr0ß. Bangla hat über 180 Mill. Einwohner und gehört zu den 4 dichtbesiedelsten Länder der Erde. Das Land ist leergefegt und Dhaka platzt aus allen Nähten: überall schlafen die Menschen auf den Gehsteigen; wenn man nachts auf dem Hauptbahnhof ankommt muß man über Schlafende in der riesigen Vorhalle steigen. Man muß möglichst stark verkrüppelt sein und dann betteln: DER Spitzenjob!!!
Ich denk mir oft…was für ein Wahnsinn!

Wird Zeit, daß ich unser Zentralteam kurz vorstelle:
In der Mitte Babul, das Herz, der Motor eines inzwischen riesigen Komplexes:
Selbst aus einfachsten Verhältnissen hatte er vor 25 Jahren bei unserer Gesellschaft hier in Dhaka als Koch angefangen, war dann Koordinator- und ist es heute noch, ein ausgezeichneter-, hatte aus eigener Erfahrung das Bildungsproblem erkannt, eine Schule nach der andern gegründet, alle angeschlossen unseren Behandlungsstationen in den Slums.Nur Kinder aus einfachsten Verhältnissen erhalten frei:Bildung, Schulkleidung und ein tägliches,reichliches Essen.
Er steuert heute ein völlig gewinnfreies „Bildungsunternehmen“,teibt ständig Gelder ein,erlebt größte Anerkennung (Botschafterbesuche usw) und versorgt so inzwischen reibungslos mehr als 1800 (!)Schüler;einmalig in Bangla;Hut ab!-ich komm sicher noch darauf zurück…
Links von ihm ist Marlies,mit der ich hier die ersten 2 Wochen verbracht hab.Typ englische Missionarin a la Audrey H. (?) in Film „African Queen“, ein Seelchen , mit dem man Pferde stehlen konnte. Sie war wie ein Schwamm und wir sind fast jeden Tag, und die freien auch, losgezogen und hatten tolle Erlebnisse. Gottseidank hatte sie- anders als im Film- eine leichte Vorliebe für Whisky und da das hier erhältliche Bier unter aller Sau ist hatte ich keine Vorbehalte, mich ihr anzuschließen.

Rechts von ihm: Anne, Nachfolgerin von Marlies, die jetzt noch knappe 4 Wochen vor sich hat. Typ Gutsherrin in Deutsch-Südwestafrika. Ein bißchen Besserwisserossi aber auch total in Ordnung, macht Spaß mit ihr und hat mich sehr umsorgt, als es mir dreckig ging. Sie geht auch mit großer Energie gegen die Riesenkakerlakken vor, welche sich bevorzugt in unserem Kühlschrank aufhalten, was natürlich ein aussichtsloser Kampf ist.Sie ist die „Ginlady“, auch hier hab ich mich problemlos umgestellt….*g* !

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