18.10.2012

So,meine lieben Freunde und Bekannte,ich bin wieder auf  6 wöchigem „Hilfsurlaub“;diesemal auf Mindanao,der zweitgrößten Hauptinsel der Philippinen.

Nachdem ich am Freitagmorgen um 7 Uhr von Hauptstuhl abgefahren war,kam ich  über Thaipe,Manila,Davao dann schließlich am Samstagabend um 22Uhr in Buda,meinem Eisatzort,an;Zeitverschiebung +6 Stunden.

Vorweg: Buda ist ein gottverlassenes Nest mit ca 400 Einwohnern.Es liegt jeweils 2 Autostunden zwischen Davao im Südwesten und Valencia im Zentrum der Insel entfernt -falls es jemand suchen will-.Es ist ein Straßendorf an diese Hauptverbindungsstraße (auf der so gut wie kein Verkehr herrscht),welche quer durchs kaum zugängliche Bergland von Mindanao führt.Hier in dieser wilden Gegend sind auch noch die letzten,versprengten Moslemrebellen aktiv;die nächsten -nach Angaben unsrer Patienten- ca 15 km entfernt.

Der Ort auf 700m Höhe liegt wunderschön in einem weiten Talkessel:rundum bis zu 300m hohe,zum Teil mit undurchdringlichem Dschungel bewachsene Bergketten,ganz unterschiedlich geformte Bergreliefe,sanft gerundete,kleine,nackte Gipfel dazwischen und dasGrün in unendlichen Schattierungen.Dies alles verleiht dieser Landschaft etwas Ruhiges,Sanftes.

Jetzt ist noch Monsunzeit.Ab dem Sonnenaufgang brütet die Sonne ins Tal.Aber schon gegen Mittag schieben sich große Cumuluswolken zusammen,türmen sich auf-gewitterträchtig-,tief über den Bergen,werden schnell bedrohlich grau und schwarz und ergießen sich in einem heftigen Tropenguß, mit gelegentlich tobendem Gewitter,der dann auch mal Sunden anhalten kann.

Der Tag beginnt hier gegen 6 Uhr  und die Nacht fällt fast wie ein Tuch gegen 18 Uhr übers Land.Deshalb ist für mich die Zeit zwischen 6 und 8 Uhrmorgens die schönste des Tages.Unser „Doktorhaus“ liegt etwas abseits.Aus dem Hinterausgang tritt man in einen wirklich gepflegt wirkenden Kleinpark (ca 50 qm) mit moosähnlichem,federnden Grasbewuchs,,verschiedenen Sträuchern,einer halbversteckten Schieferbank und herrlich blühenden Tropenblumen an einem niedrigen Mäuerchen,das diesen Hof abtrennt.Dahinter fließt träge ein unregelmäßig breiter,braunwäßriger Bach und am andern Ufer  zieht sich unser „Hausberg“ in den Himmel,verdschungeld und steil.Die gerade aufgegangene Sonne treibt die schon aufsteigende Feuchtigkeit als fast undurchdringlichen Dunst vor sich her,kaum abgrenzbar,spiegelt und bricht sich schon im Tau der Blätter und Blüten… .Wenn dann noch -wie bisher an jedem Morgen- ein Bauer vom gegenüberliegenden schmalen Ufer seine zwei Pferde -eine Stute mit ihrem Fohlen-an langer Leine baden läßt und wenn sich ,als Bonbon, noch ein andrer auf einem Wasserbüffel reitend sich vor die Kulisse schiebt,dann,dann hab ich schon das Gefühl,gut in dieser andren Welt angekommen zu sein!

Wie man sich doch verlieren kann *l*…Im Augenblick sieht die Realität so aus,daß ich heute Nachtdienst für die Klinik hab;üblicherweise einmal die Woche.In unsrem Einzugsgebiet leben rund 160 000 Menschen und da ist es absehbar,daß die Nächte gelegentlich kurz sind!Deshalb für heute „ein guts Nächtle“.Peter

PS:Ich hab zwar schon jede Menge guter Bilder,krieg die aber ums verrecken nicht in den Artikel!Ich werd mir Hilfe suchen und sie nachreichen…

 

 

 

 

 

 

 

 

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