Der Erste Kontakt 29.05.2011

Grüß euch,ihr Lieben!

Das ganze Zeug ist mir jetzt schon zum 2.Mal abgestürzt…Stromschwankungen,-ausfälle usw,die Verantwortlichen soll im Himmel mal alle schiechen Weiber dieser Welt umgarnen!!!

Heute,So 29.5.11 hat meine 3. Arbeitswoche in Dhaka,der Hauptstadt von Bangladesch angefangen. Bangladesch ist überwiegend muslimisch und der Freitag entspricht unsrem Sonntag. Das ist nicht weiter schlimm,übler ist,daß man EXTREM schlecht an Alkohol rankommt…*Scherz*

Wir, die „Ärzte für die 3.Welt“ arbeiten ehrenamtlich jeweils für 6 Wochen in den ärmsten Gegenden dieser Welt. Neben 2 Stationen in Bangladesch haben wir noch z.B. welche im Kongo ,in Nigeria, auf den Philippinen
(wo ich vor 3 Jahren auch schon gearbeitet habe) usw.

Im gegensatz zu den „Ärzten ohne Grenzen“ sind wir eine rein deutsche Organisation. Diese arbeiten im Akutgebieten und werden für ihre Einsätze wenig, aber doch, bezahlt.
Wir haben zur Zeit einen Verwaltungsaufwand von 6%. Wir Ärzte im Einsatz zahlen z.B. die Hälfte der Flugkosten selbst.Ihr könnt also beruhigt spenden:

www.aerzte3welt.de, hier findet ihr die Kontonummer. Ein wenig Werbung muß sein 🙂

Wir, 2 Ärztinnen, betreuen hier in „Dhaka“ mehrere Slumgebiete welche wir mit Helferinnen und Apotheken ,im täglichen Wechsel-auch mehrmals-anfahren. Zwei Slumgebiete liegen an Eisenbahnlinien, eine davon an der Schnellzuglinie „Dhaka“-„Kalkutta“ und da muß man schon flink von den Gleisen kommen!
Es wird direkt neben den Bahngleisen in einfachsten zusammengeschusterten Hütten aus Müllresten, Plastiktüten, Bambusrohren und Wellblech gehaust, geboren und gestorben-und letzteres oft genug auf den Gleisen. Die Gleise sind eben die Hauptlebensader,welche ein Teil der Slums sind.

Ein Gebiet erreichen wir jenseits eines versifften und vermüllten Sees mit einem kippeligen Boot. Wer da reinfällt hat sicher keine Enthaarungsprobleme mehr!
Wir haben hier in der Mandaroad ein Haus in dem wir Ärzte in der obersten Etage wohnen-103 Treppen!-Im Haus ist eine große Schule untergebracht, welche Babul, unser Koordinator, mit außerordentlichem Engagement aufgebaut hat. Nur Kinder aus einfachsten Schichten bekommen hier Topunterricht und tägliches Essen; und eine Feedingstation, in die wir heruntergekommene Kinder mit Eltern bringen.
Es sind oft Kleinstkinder mit denen sich ihre Mütter als Bettlerinnen (hier gibt es keine Mafia, sagt man), meist alleinstehend, durchs Leben bringen. Und bevor die Kleinen zu gut aussehen, hauen die Mütter wieder ab! Ist halt so. Hab grad mit einer-wirklich sehr netten und bemühten Mutter einen Deal gemacht: jetzt wieder Betteln und in 3 Wochen kann sie wieder kommen zum Aufpäppel. Pragmatisch halt…
Die Mandaroad liegt am Stadtrand. Kein Rikschafahrer bringt einen aus der Stadt gern hierher. Entweder wird abgelehnt, kategorisch, oder es kostet mehr. Die Sraße ist unbefestigt und mit tiefen Löchern versehen.Wenns regnet, fast unpassierbar. Aber auf jeden Fall spannend…

Zum Allgemeinverständnis aber gehören noch der Verkehr, das Wetter und natürlich die Menschen!

Der Verkehr in dieser total vermüllten Stadt -schlimmer als Kathmandu/Nepal und das will was heißen!!! – ist das Chaotischste, was man sich vorstellen kann: Palermo hoch 3-für die, welche schon mal Samstagabend dort versucht hatten, zum Hafen zu gelangen!
Die Masse der Fahrradrikschas, hochbeladenen Transportfahrradrikschas bestimmen das Straßenbild! Was diese Menschen leisten ist unbeschreiblich! Ganze Familien hinten drin oder 2 grobknochige Europäer, man möchte manchmal aussteigen und schieben helfen-wenn man DABEI NICHT VON EINEM BUS ÜBERFAHREN WÜRDE. Diese Menschen sind unser Hauptklientel! kaputt, Schmerzen überall „bodypain“; dazu noch Asthma und Anaemie: tägliches Beschwerdebild. Ich frag mich oft, wie die es überhaupt schaffen und denk natürlich an so mache Patienten aus meiner Praxis, die nur 2Stunden diese Knochenarbeit mal machen sollten!
Die Masse der Fahrradrikschas konkurriert mit den unbeswchreiblich verbeulten-alle!-Bussen und Minibussen, den krokodilgrünen, kleinen, dreirädrigen CNG´s, gasgetriebenen Kleinstautos, alle vergittert wie Gefängnisautos und den wenigen Privatautos, welche eigentlich kaum auffallen-ausser natürlich im Botschaftsviertel,in dem Rikschas verboten sind!-später-

An Kreuzungen fragt man sich,wie sich die geballten Massen auf cm-Abstand wieder entflechten. Einzig konstanter und statischer Blickfang sind die roten Ampeln,welche ausschließlich zur Dekoration dienen. Seltenst greift mal ein Polizist ein! Ein phrenetischer Lärm mit Dauerhupen rundet das Geschehen ab.

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