Montag,5.November 2012

Erster Arbeitstag nach meinem Unfall:lief gut,obwohl die Ambulanz nach 4  arbeitsfreien Tagen heftig war.

Dazu kam,daß das Wetter schon die ganzen letzten Tage verrückt spielte: Dauernieselregen;“kalte Winde“ (ca 20 Grad…) aus verschiedenen Richtungen gleichzeitig trieben tief- und mittelhohe Wolkenbänder mit Regenvorhängen durchs Tal und immer wieder dampfte für ein paar Stunden die Sonne die Feuchtigkeit auf 30 Grad hoch: ideales Wetter für Lungenentzündungen,Kopf-und Gelenkschmerzen…und die gabs heute zur Genüge! Selbst unsre neue,norddeutsche Kampfgynäkologin hustet sich schon durch die Nacht-kann ja heiter werden *s*!

Neben den oben beschriebenen Beschwerden kam mir heut noch eine ältere Patientin mit wohl Lungentuberkulose unter und ein junger Mann -5 kleine Kinder- mit einer wohl alkoholischen (selbstgebrannter „Wein“) Lebervergrößerung von einer Härte,welche ich in meiner ganzen Laufbahn noch nicht erlebt hab!Zu guterletzt fiel noch ein 17 jähriger junger Mann aus der Reihe: seit Anfang des Jahres große epileptische Krampfanfälle.Die Großklinik in Davao hatte Abklärung und Behandlung abgelehnt,weil kein Geld da war,sodaß die medikamentöse Einstellung durch einen meiner Kollegen hier erfolgte. Wir haben nur ein Medikament für solche Erkrankungen in unsrer Palette,dieses wird aber umsonst abgegeben,die Behandlung ist frei.In jeder anderen Klinik hier müßte er beides bezahlen;mit andren Worten,es würde nicht behandelt!

Die dringend notwenige Ursachenforschung,nach der sich auch eine sinnvolle Therapie richtet,ist für hiesige Verhältnisse teuer.

Freunde und Bekannte,aber auch Patienten aus meiner Praxis geben mir vor meinen Einsätzen immer wieder Geld mit,damit ich Patienten hier unbürokratisch und schnell Unterstützung geben kann.   Über eine Vertrauensschwester im Hospital hier werden jetzt mit diesem Geld die notwendigen Untersuchungen programmiert und mit 150 bis 200 EUR  kann alles schnell durchgezogen werden!   Kleinere Geldbeträge hab ich schon für notwendige Busfahrten zu Untersuchungen in entferntere Kliniken ausgegeben.  Einen etwas ungewöhnlichen Fall konnte ich wenigstens unterstützend anschubsen: Ein junger Mann hatte eine gleichaltrige Witwe mit 4 Kindern geheiratet und bis jetzt vergeblich auf eigenen Nachwuchs gehofft.Die notwendige Spermauntersuchung und die Fahrt dorthin haben wir/ihr auch bezahlt… aber ich glaub,das geht in Ordnung.

So,zum Schluß ganz banal: ich hab heut am Abend abwaschen müssen,weil ich nach drei Runden Skat GEWONNEN hab(!).;ich glaub,das ist eine nette Variante,um das Risiko zum Reizen ein wenig anzukurbeln…macht Spaß!Guts Nächtle!

 

 

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